Geschichte, Hintergründe & spannende Details
Die Thaurer Alm zählt zu den historisch interessantesten Almen über dem Inntal. Ihre Nutzung reicht vermutlich bis in vorchristliche Zeit zurück. Schon damals trieben Bauern ihr Vieh im Sommer auf die Alm, um im Tal Flächen für den Getreideanbau zu sparen.
Im Mittelalter gehörten viele Almen im Karwendel dem Tiroler Landesfürsten, der sie gegen Abgaben an Bauern verpachtete.
Erste Erwähnung
Die erste urkundliche Erwähnung der Thaurer Alm stammt aus dem Jahr 1683. Damals besaß ausschließlich die Gemeinde Thaur die sogenannten Grasrechte, also das Recht, Vieh auf der Alm weiden zu lassen.
Almwirtschaft früher
Zur Alm gehörten einst 73 Grasrechte sowie Weiderechte für bis zu 300 Schafe. Sogar die Haller Saline hatte ein besonderes Nutzungsrecht: Acht Zugochsen durften für einige Tage auf einer Fläche beim Thaurer Törl weiden.
Die „Stanglalm“

© Chronos Thaur
Im 19. Jahrhundert kaufte der Gastwirt Johann Höpperger (Stanglwirt) nach und nach alle Grasrechte auf. Die Alm wurde damit erstmals Privatbesitz und war lange Zeit als „Stanglalm“ bekannt – ein Name, den manche Einheimische noch heute verwenden.
Rückkauf durch die Gemeinde
Am 10. Januar 1913 erwarb die Gemeinde Thaur die Alm zurück. Seitdem befindet sie sich wieder im Besitz der Gemeinde.
Brand und Wiederaufbau
Am 1. Mai 1934 zerstörte ein Großbrand die gesamte Alm. Noch im selben Jahr wurde sie jedoch wieder aufgebaut.
Alm heute
Durch Veränderungen in der Landwirtschaft wurde die Almwirtschaft in den 1970er-Jahren weitgehend eingestellt. In den letzten Jahren hat sich das teilweise wieder geändert – heute hört man im Sommer rund um die Thaurer Alm wieder Kuhglocken auf den Weiden.
